Archiv der Kategorie Perlen-Stickerei

Atlas der Textilien

Der illustrierte Führer durh die Welt der traditionellen Textilien von John Gillow und Bryan Sentance ist im Haupt Verlag erschienen, ISBN 3-258-06040-1.

Mein Kommentar: Insbesondere für Perlerinnen sind die hinteren Seiten interessant. Dort gehrt es um Perlenstickerei und Perlenweberei. 

Perlenstickerei - Textilien mit Perlen verzieren

Meist wird aus Perlen Schmuck hergestellt. Doch Perlen auf unterschiedlichen Textilien zu verarbeiten ist eine alte Tradition und weltweit bekannt.

Die Verzierung von Stoffen mit Perlen soll Glück bringen. Blaue Perlen gelten als Schutz gegen den bösen Blick. Rote Perlen ist die Farbe des Lebens, Vitalität und Fruchtbarkeit. Es gibt drei wesentliche Techniken der Perlenstickerei: mit Rückstich, aufnähen eines Perlenfadens mit einer unterschiedlichen Anzahl von Perlen  und einen Perlenfaden, der vorher aufgefädelt wurde, festgenäht.

Perlenpost aus Dehli

12. November 2008 - Zardozi: Gold- und Perlenstickerei aus Agra

Leider war diese handwerklich Kunst bei einem kurzen Besuch beim Taj Mahal in Agra nicht zu finden. Doch der Guide wusste etwas darüber. Die Handwerker in Agra stellten in dieser Technik Kleidung für den Hof des Moguls her. Fast starb diese Stickkunst aus, doch moderne Modeschöpfer lassen heute Kleider, Tücher, Taschen und Schuhe so besticken.

Klosterstickerei mit Flussperlen - Lüneburg

Bei einem Besuch des Textilmuseums im Kloster Lüne entdeckte ich eine wunderschöne Stickerei mit winzigkleinen Flussperlen verziert. Es handelte sich um einen sogenannten Fürleger. Fürleger sind verzierte schmale Stoffstreifen für die Oberkante des Altares zum Verdecken der Befestigung des Altarbehanges. “Der gegen Ende des 15. Jahrunderts entstandene Streifen ist vermutlich nicht von Nonnenhand, sondern in einer professionellen Werkstatt möglicherweise in Braunschweig oder Göttingen gestickt worden. Von Leinengrund gestützter roter Samt ist mit großen Rosetten aus Flußperlen, Goldfäden, grünen Seidentupfen, Halbedelsteinen und einer silbernen, blau emaillierten Mittelblüte bestickt. Die silbervergoldeten dreieckige Schmuckbleche zwischen den Rosetten tragen ebenfalls Perlen und blau emaillierte Silberplättchen. Aus Perlen und gebogenen Schmuckblechen bestehen die beiden Rahmenleisten. Silbervergoldete Schmuckbleche mit Perlrand sitzen auf den ehemals roten Seidenborten.” Eine beeindruckende Arbeit, weil die Flussperlen nicht größer sind als cirka zwei Millimeter. Ein lohnenswerter Besuch.

Quelle: Pietsch, Christian: Kloster Lüne, Textilmuseum im Evangelischen Damenstift, Kunsterverlag Weick, Passau

Runder Kelchuntersatz im Kloster Lüne - Lüneburg

“Im typischen Misch- und floralen Dekorationsstil der Mitte des 19. Jahrhunderts ist ein runder Untersatz für einen Abendmahlskelch gestickt. Die auf Pappe aufgezogene und zum Teil mit Samt unterlegene Stickerei besteht aus Perlen, Schmucksteinen und Goldfäden. Bemerkenswert ist der Untersatz nicht nur als Beispiel für eine Handarbeit aus der Zeit der aufblühenden Maschinenstickerei. Interessant ist auch seine Herkunft. Er ist ein Geschenk der letzten hannoverschen Königin Marie (1851-1866) an das Kloster und wahrscheinlich auch von ihr selbst gestickt.”

Quelle: Pietsch, Christian: Kloster Lüne, Textilmuseum im Evangelischen Damenstift, Kunstverlag Weick, Passau

Perlenstickerei -Workshop während der Patchworktage Berlin 2007

Innerhalb der Patchworktage vom 14. bis 17. Juni 2007 besuchte ich den Kurs “Liederlich gestickt” bei Anne Lange. Hier ging es nicht um Akkuratesse, eher liederlich. Nach dem Aufspannen des Patchworkstoffes auf einen Holzrahmen zeigte uns die Stickerin die verschiedenen Stickstiche. Die Stickereien durften / sollen querbeet über den Stoff verteilt werden. Zur Abwechlsung fanden Tüll, Organza oder Apfelsinennetze ihren Platz. Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt. Neben rustikalen, handgefärbten Wollgarnen standen edles Seidenstickgarn und Gold- oder Silberfäden zur Verfügung. Ich stickte natürlich passende Schliffperlen in wunderschönen Farben ein. Die hatte ich in der verführerischen “Ladenstrasse” gekauft.

Im Kurs traf ich eine offensichtliche Perlerin. Sie trug ein sehr interessantes Armband. In Berlin gibt es die Perlerinnen-Gruppe “Bead People”, stellte sich im Gespräch heraus. Sie treffen sich regelmäßig zum Perlen und Austausch.

www.bead-people.com

Patchworktage 2010 / 25 Jahre Patchwork Gilde in Dortmund, Westfalenhallen, vom 13. bis 16. Mai 2010, www.patchworkgilde.de

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