Archiv der Kategorie Perlen in Museen

Perlentag Herbst 2011

Am Samstag, den 3. November 2011, fand der Perlentag bei der VHS Bremen statt. Das Wetter erwies sich als optimal, stürmisch und kalt. Besser konnte ein ganzer Kurstag mit Perlen nicht sein. Es war eine überschaubare Gruppe, die aber sehr intensiv arbeitete und vieles neues kennen lernen wollte. Mittags konnten sich manche nicht mehr auf ihren Stühlen halten und schauten sich im nahe gelegenen Kreativ-Geschäft mit einem sehr guten Sortiment Perlen um. Mit einer Auswahl an Perlen kamen sie zurück und konnten noch kleine Proben einiger Perlentechniken erarbeiten.

Alle Perlen dieser Welt - Neuauflage

Vor kurzem besuchte ich einen gut sortierten Museumsshop  in Dresden. Dort fand ich das Buch “Alle Perlen dieser Welt” allerdings in Englisch. Ich hatte den Eindruck, dass es sich um eine Neuauflage handelte. Wäre sehr gut, wenn es das auch in Deutsch geben würde.

Jugendstil-Schmuck Wien

Im Leopold-Museum im Museumsquartier Wien fand die Ausstellung “Glanz einer Epoche, Jugendstil-Schmuck aus Europa” vom 25. Februar bis zum 27. Juli 2011 statt. Die Schau präsentierte erlesene Objekte aus dem Hessischen Landesmuseum Darmstadt und aus Privatbesitz. Es waren Schmuckstücke aus Deutschland, Österreich, Dänemark, Frankreich, Belgien, Russland und Niederlande zu sehen.

Eine sehr gute Übersicht über das Schmuckschaffen in Europa im Jugendstil. So komprimiert fielen die Unterscheide deutlicher auf, zwischen feinen, zarten Arbeiten und mächtiger wirkendem Silberschmuck, schon mit Tendenzen zum Art Deco. Wieder eine Möglichkeit für Perlerinnen, sich Inspirationen zu holen.

Modeschmuck der 1950er Jahre

“Petticoat und Wespentaille - Modeschmuck der 1950er Jahre”. Diese Ausstellung beginnt am 17.09.2010  und endet am 14. 11.2010 im Schmuckmuseum Pforzheim. Christian Dior und Henkel & Grosse, die renommierteste Modeschmuckfirma weltweit, arbeiteten zusammen. Diese Firma besaß die exklusiven Produktions- und Vertrieblizenz für Diorschmuck. Das Victoria & Albert Museum London und die Primavera Gallery in New York nahmen Schmuckstücke in ihre Sammlung auf.

Solche Ausstellungen bieten für Perlerinnen eine Fülle von neuen Ideen für eigene Werke.

Weitere Informationen: www.schmuckmuseum@stadt-pforzheim.de

Entdeckt: Alter Schmuck aus Mexiko

Die Ausstellung “Teotihuacan- Mexikos geheimnisvolle Pyramidenstadt” im Martin-Gropius-Bau in Berlin ist vom 1. Juli bis zum 10. Oktober 2010.

Teotihuacan war von 100 v. Chr bis 650 n. Chr. die erste, die größte und einflussreichste Metropole auf dem amerikanischen Kontinent. Als die Aztecken rund tauschen Jahre später, im 14. Jahrhundert, die verlassene Ruinenstadt entdeckten, gaben sie ihr den Namen Teotihuacan - “der Ort, an dem die Menschen zu Göttern werden” - und siedelten hier ihren eigenen Schöpfungsmythos an. Heute zählt die Pyramidenstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist ein Besuchermagnet für Einheimische und Touristen.

Natürlich legte ich mein Augenmerk neben den anderen sehr sehenswerten Ausstellungsstücken, die so schnell nicht wieder nach Europa kommen, auf Perlenobjekte. Es fand sich eine Halskette aus Muscheln und menschlichen Zähnen, die bei einem Skelett lag. Der Schmuck war in der Pyramide der Gefiederten Schlange entdeckt worden und stammte etwa aus der Zeit 250 n.Chr.. Diese Halskette gehörte zu einem Menschen, der anlässlich des Baus der Quetzalcoatl-Pyramide geopfert worden war. Solche Fundstücke beweisen, dass es Menschenopferungen gab.

Als Grabbeigabe eines Mächtigen fand sich eine mächtige Halskette aus großen Perlen aus Jadeit.

Eine Kette aus Gehäusen der Olivenschnecke aus der Zeit 200 - 650 n.Chr. fiel mir auf. Die Gehäuse waren mit einem Loch versehen und aufgefädelt. Auch Skulpturen in menschlicher Gestalt schmückten kleine Ketten aus Jade.

Übrigens: In dem Buch von Lois Scherr Dubin “Alle Perlen dieser Welt” findet sich der Hinweis, dass Figuren und Perlen aus Jade wesentlich wertvoller damals waren als Gold. Die grüne Farbe der Jade galt als Symbol für Wasser und Vegetation und damit eine vollkommene göttliche Farbe.

Insgesamt war es eine lohnenswerte Ausstellung nicht nur für Perlenfans. Wieder mal zeigte sich, wie Perlen und Schmuck seit frühester Zeit zum Menschen gehören und geschätzt wurden.

www.gropiusbau.de, Berliner Festspiele

Tipp: Es hat sich als sehr praktisch erwiesen, die Tickets Online zu besorgen. Verringert die Wartezeit immens.

Entdeckt: Budapest

Der Reiseführer von Budapest enthält ein sehr interessantes Museum für Perlenfans, das Museum of Ethnography (Völkerkundemuseum).

Genauer: Néprajzi Mùzeum, Kossuth Lajos tér 12 gegenüber vom Parlamentsgebäude, www.neprajz.hu

Die Ausstellungen befinden sich in der 1. Etage des mächtigen ehrwürdigen Museums. Im Raum 1 des Rundgangs sind Volkstrachten aus verschiedenen Regionen und Zeiten Ungarns präsentiert. Mein Schwerpunkt lag natürlich auf Perlen. Und tatsächlich fanden sich Verzierungen aus Perlen. Bei Trachten ab Ende des 18. Jahrhunderts wiesen die breiten Ledergürtel der Männer kleine bunte Perlen auf. Die Perlenarbeiten waren in Peyote gearbeitet und auf das feste Leder aufgesetzt.

Frauengürtel zeigten Perlenarbeiten mit Knöpfen auf Stoff. Einige Halsketten aus dem 19. Jahrhundert waren in kleiner (mit drei Perlen) Netztechnik mit wohl tschechischen Perlen und größeren Röhren gefädelt. Die größere Netztechnik (mit 5 oder 7 Perlen) ließ sich auch bei einem Halsschmuck entdecken. Ein Halsschmuck fiel besonders auf, denn viele, viele Perlenstränge bedeckten den ganzen Hals.

Überhaupt waren die Festtagstrachten der Männer wie Frauen sehr farbenfroh und mit Blumenmotiven, Häkeleien, Bändern, Bordüren, Metallfäden, Spitzen, Filz und Pailetten über und über verziert. Es fiel grober bestickter Filz auf. Die Trachten wurden von der Landbevölkerung getragen, Großgrundbesitzer und Städter kleideten sich nach europäischer Mode.

Während des Rundgangs fielen schwere Umhänge aus Schafshäuten auf, die aufwendig mit feinen Stickereien bedeckt waren.

Diese Ausstellung gibt einen sehr guten Über- und Einblick in das harte Leben und Arbeiten des ländlichen Ungarns.

Historische Perlen im V&A

Im Victoria and Albert Museum in London befindet sich auch eine große Abteilung mit Glasobjekten, Level 4 Room 129, 131. Eine Halskette aus dem 4. -3. Jahrhundert vor Christi fiel auf. Es waren Augenperlen mit zusätzlichen Glaspunkten darauf. Die muss zu damaliger Zeit sehr wertvoll gewesen sein.

Ein Muss im V&A sind die beiden Shops, der Bookshop und der Giftshop. Die beiden Shops erfordern viel Zeit, um alles in Ruhe durch zu schauen. In Sachen Perlenliteratur fand sich das Buch von Crabtree und Stallebrass “Atlas der Perlenarbeiten”. Leider nicht mehr Perlenliteratur.

Ein lohneswerter Besuch, bei dem man nie alle interessanten Abteilungen schafft.

www.vam.ac.uk

Victoria and Albert Museum - London

Das Victoria and Albert Museum (V&A) in London ist eine Fundgrube für Perlenfans und anderen kreativen Menschen. Inspirierend war der Room 91 - 93 Jewellery , Level 3. Hier fand sich eine Perlenkette eines Deutschen, Axel Russmeyer aus Hamburg. Sie bestand aus verschieden großen Holzkugeln, die in Peyote mit Perlen umperlt waren. Zum Teil sahen die beperlten Perlen sehr mächtig aus, so dass es eine stattliche Halskette ergab. Die einzelnen beperlten Perlen waren auf ein feines Ripsband mit Knoten dazwischen aufgezogen und mit einem Knoten zu schließen.

Er wählte sehr schöne Perlen unter anderem Delicas.

Ich fand es sehr erstaunlich, dass ein deutscher Schmuckdesigner es ins V&A geschafft hatte und ausgerechnet ein Mann. In Anbetracht der Tatsache, dass es viel, viel mehr Perlerinnen gibt, erscheint mir das sehr erstaunlich. Woran mag es liegen?

Weitere Informationen: www.vam.ac.uk

Museum of Bags and Purses - Handtaschenmuseum

Das niederländische Taschenmuseum (niederländisch Tassenmuseum) Hendrikje zeigt die Geschichte der westlichen Handtasche vom späten Mittelalter (16. Jahrhundet) bis heute. Die Sammlung bietet ein faszinierendes Bild der Entwicklung der Handtasche in Bezug auf Funktion, Material und Verzierungen im Laufe der Jahrhunderte.

Diese Museum ist das einzige Museum auf der Welt, das über eine solch umfassende und spezialisierte Sammlung verfügt: Taschen aus dem 16. Jahrhundert, Beutel und kleine Almosentaschen aus dem 17. Jarhundert, Gewandtaschen, Brief- und Bügeltaschen aus dem 18. Jahrhundert, Retiküle und Geldstrümpfe aus dem 19. Jahrhundert und klassische und besondere Modelle aus dem 20. Jahrhundert.

Hier gibt es auch besonders schöne auf aufwendig gearbeitete Handtaschen aus Perlen zu bewundern.

Tassenmuseum Hendrikje, Herengracht 573 (Behind Rembrandtplein), 1017 CD Amsterdam, www.tassenmuseum.nl, www.museumofbagsandpurses.com

Diamond Divas

In Antwerpen (Belgien) befindet sich die Dauerausstellung “Diamond Divas”. Zu sehen sind die glamourösen Schmuckstücke echter Hollywood-Stars.

Diamant-Museum, Königin Astridplein 19-23, 2018 Antwerpen, www.diamantmuseum.be

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