Archive für 22.7.2009

Miyuki - wie Perlen glücklich machen

von Britta Veltzke im Stadtteil-Kurier des Weser-Kuriers, 29.04.2009

Annette Last betreibt in ihrem Zweitberuf ein Kunsthandwerk und bildet sich in Kursen weiter

Annette Last hat ihr Hobby zu ihrem zweiten Beruf gemacht: Neben ihrer Tätigkeit als Optikerin verkauft die Schwachhauserin am Schwarzen Meer Schmuckstücke aus Perlen - und zwar nur Unikate. Miyuki, japanisch für “Glück”, heißt ihr winziger Laden, der wegen seiner liebevollen Gestaltung selbst an ein Schmuckstück erinnert.

Annette Last sitzt konzentriert, aber keineswegs angespannt, hinter ihrem Arbeitstisch und fädelt winzige Perlen auf einen Nylonfaden. Obwohl nur wenige Meter vor ihr Autos und Straßenbahnen vorüberfahren, fühlt sie sich in ihrem Laden wie in einer Oase. “Das hängt mit den Perlen zusammen”, erklärt sie. Sobald sie die Tür hinter sich geschlossen habe, um sich mit ihrem Kunsthandwerk zu beschäftigen, sei es ganz und gar still um sie.

Die Arbeit mit den Perlen mache sie glücklich - an jedem der drei Öffnungstage in der Woche von neuem. Dabei in Hektik zu verfallen, dafür hat sie keinen Grund: Da sie halbtags als Optikerin arbeite, sei sie wirtschaftlich abgesichert und habe den Kopf frei für ihre kreative Tätigkeit, sagt Annette Last. Sie denke nicht daran, ihren erlernten Beruf aufzugeben, um sich ausschließlich den Perlen zu widmen. “Ich möchte nicht das Gefühl haben, etwas verkaufen zu müssen.”

Die meisten der Perlen, aus denen die Ketten, Ringe und Armbänder in der Auslage gefertigt sind, stammen aus Japan, “Die japanischen Perlen sind sehr klein und vor allem sehr gleichmäßig.” Genau das Richtige für Annette Lasts Schmuckstücke, die sich durch ihre gleichmäßige geometrische Struktur auszeichnen, aber nicht eintönig erscheinen. Eines Tages möchte die Geschäftsfrau selbst einmal nach Japan reisen, um sich über die Produktion der kleinen Glanzstücke zu informieren. Aber nicht nur das reizt sie an dem Land in Fernost. ” Mich interessiert die japanische Kultur”, sagt sie.

Viele ihrer Ideen hat Annette Last auf Reisen gesammelt: “In fast jedem Land haben sich die Menschen einmal mit Perlen beschäftigt”, häufig spiegele sich darin die Alltagskultur der Leute wider. Nur in Deutschland st0ße man in Sachen Perlenkunst auf wenig kulturelles Erbe. Heute lägen Perlen aber auch in Bremen im Trend: “Die Kursangebote an der Volkshochschule sind sehr gefragt.”

Sobald einen die kunstvolle Verarbeitung der Perlen in den Bann gezogen habe, komme man davon nicht mehr so einfach los, warnt Last schmunzelnd. Obwohl sie schon zu den Profis unter den Perlenkünstlerinnen gehört, nimmt sie an den Weiterbildungen der Volkshochschule teil. “Die Techniken entwicklen sich stets weiter.” Ständig kämen neue Trends - vor allem aus den USA - nach Deutschland.

Ihre Schmuckstücke bewegen sich in einem Preisrahmen von 30 bis 170 Euro. “Das ist nicht zu viel für ein Unikat”, findet Annette Last, die sich über jeden Menschen freut, der den Weg in ihren kleinen “glücklichen” Laden findet oder auch einfach nur vor ihrem Schaufenster steht, das sie jede Woche neu gestaltet.

Miyuki, am scharzen Meer 7, dienstags, mittwochs und donnerstags 15 bis 18 Uhr geöffnet.

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