Archive für 24.11.2007

Istanbul - Bead Bazaar, Vorträge

Samstag - Gleich beim Hotel traf ich eine Londonerin. Sie arbeitete bei einem Insovenz-Verwalter, lebte aber für ihr Hobby der Perlen-Archäologie an der Universität. Sie besuchte Vorträge, die in zwei Sälen mit Simultan-Dolmetschern Englisch-Türkisch stattfanden. In einem Saal waren Referate zum Thema “Beadwork”, also Gegenstände, die aus Perlen hergestellt oder verziert wurden. Im anderen hörten meist Perlensammler Interessantes über Perlen. Übrigens heißen Perlen auf türkisch boncuk.

Vormittags traf ich eine Perlenfreundin, die ihre Familie überzeugen konnte, der sehenswerten Stadt Istanbul einen Besuch abzustatten. Sie nahm sich familienfrei und schlenderte mit mir zuerst durch den Bead-Bazaar. Eindrucksvoll war der Stand von Bijuland, einer türkischen Ladenkette, die Perlen und Zubehör verkauft.  Ungehemmt konnten wir zu günstigen Preisen Dinge erstehen, die wir bei uns nie bekommen würden. Sehr interessant war auch der Stand  mit Prisonerwork, betreut von Gefängnismitarbeitern in Uniform. Die türkischen Perlenarbeiten werden von Gefangenen, also Männern, hergestellt. Und das schon seit dem 1. Weltkrieg.

Erschöpft von den Eindrücken tranken wir in der Pausenhalle Kaffee und aßen Sandwiches zwischen Studenten und anderen Konferenzteilnehmern. Gestärkt ging es zu den Ausstellungen. Nachdem meine Perlenfreundin von ihrer Familie abgeholt worden war, hörte ich den Vorträgen im Saal “Beadwork” zu. Leider konnte ich nur zwei hören: “Beads, Blossoms an Dancing Boots: Subartic Athapaskan Beadwork and Identity” von einer Professorin der Universität Tempe, Nordamerika. Es ging um Perlenarbeiten eines Indianerstammes. Frauen bestickten Kleidung, Baby-Tragegurte, Schuhe und Rückendecken für Schlittenhunde mit Perlen in fröhlichen Blumenmotiven. Ein weiterer Vortrag von einer Professorin aus Großbritannien und Vorsitzende der “Bead Guild Great Britain” handelte von “Early 17th Century English Beadwork Purses” (Geldbeutel des frühen 17. Jahrhunderts). Diese Börsen waren in der Technik “Right Angle Weave” gearbeitet, allerdings mit zwei Nadeln. Zudem wiesen die Beutel Jahreszahlen und Weisheiten auf, so dass sie zeitlich konkret zugeordnet werden konnten. Die Referentin vermutete, dass es damals Stickpackungen zu kaufen gab.

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